Beschwerdenkomplex aus körperlichen und psychisch-emotionalen Symptomen, der regelmäßig einige Tage vor der Menstruation auftritt und unmittelbar nach ihrem Einsetzen wieder verschwindet. Das prämenstruelle Syndrom wird v. a. bei Frauen ab Beginn des 4. Lebensjahrzehnts beobachtet und betrifft mehr oder weniger ausgeprägt ca. 80 % aller Frauen in der Geschlechtsreife.
Ursache: Die genaue Ursache ist unklar. Als Auslöser werden hormonelle Imbalancen und eine Funktionsstörung des vegetativen Nervensystems diskutiert. Persönliche Konflikte und Stress, aber auch Bewegungsmangel, Ernährungsfehler und Nebenwirkungen von Arzneimitteln (z. B. Abführmittel) können die Beschwerden verstärken.
Befund: Als psychische Symptome finden sich häufig Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Angst, Depressionen oder Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Die körperlichen Symptome äußern sich in Beschwerden wie Wassereinlagerungen in den Knöcheln und Lidern, Spannungsgefühl in den Brüsten (Mastodynie), Kopfschmerzen, Schwindel und Gewichtszunahme. Auch werden Heißhungerattacken, Druckgefühl im Unterbauch, Völlegefühl oder Verstopfung beobachtet. Bei Neigung zur Migräne oder bestehender Epilepsie treten Anfälle in dieser Zeit häufiger auf.
Behandlung: Die Therapie richtet sich nach der vermuteten Ursache. Allgemein wird zu ausgewogener Ernährung (u. a. Meiden von Koffein, Nikotin und Schokolade) und ausreichender körperlicher Bewegung geraten. Als medikamentöse Maßnahmen sollten zunächst pflanzliche oder homöopathische Präparate versucht werden, bevor z. B. auf einen Ovulationshemmer mit hohem Gestagenanteil übergegangen wird. Auch die zusätzliche Gabe von Magnesium kombiniert mit Vitamin B hat sich als hilfreich erwiesen. Manchmal können psychotherapeutische Gespräche sowie Techniken zur Stressbewältigung sinnvoll sein.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 15.09.2011
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