plötzlich eintretender oder sich langsam entwickelnder, völliger Verschluss eines den Darm versorgenden Blutgefäßes (Mesenterialgefäß), meist einer Arterie.
Akuter Verschluss
Ursache: Fast immer verursacht ein über die Blutbahn in eine Mesenterialarterie verschleppter Blutpfropf den Verschluss (Embolie), oder es entsteht ein Thrombus in einer durch Arteriosklerose vorgeschädigten Mesenterialarterie. Sehr selten ist der Verschluss einer Mesenterialvene (Mesenterialvenenthrombose), der meist infolge einer Erkrankung des Magen-Darm-Traktes, z. B. bei Infektionen und Entzündungen in diesem Bereich, einer Pfortaderthrombose oder bei Tumoren auftritt.
Befund: Der akute Mesenterialgefäßverschluss verläuft in drei Phasen. Im Initialstadium treten plötzlich starke Bauchschmerzen auf. Da andere Krankheitszeichen meist fehlen, wird die Krankheitsursache leicht verkannt. Nach wenigen Stunden setzt eine vorübergehende (für ca. 12 Std.) Beschwerdefreiheit ein, sog. fauler Friede der zweiten Phase. In dieser Zeit schreitet die Krankheit unbemerkt fort. Betroffenes Gewebe stirbt ab (Mesenterialinfarkt), es kommt zur Darmlähmung und Zerstörung der Darmwand. Mit der Entwicklung einer Bauchfellentzündung setzt das dritte Stadium ein. Der Bauch ist dann aufgetrieben und berührungsempfindlich. Blutige Durchfälle und ein Kreislaufschock können hinzukommen. In den ersten beiden Stadien können nur eine relativ aufwendige röntgenologische Darstellung der Mesenterialgefäße oder eine spezielle Doppler-Ultraschalluntersuchung die Diagnose sichern.
Behandlung: Ist das Darmgewebe noch nicht geschädigt, genügt oft die Entfernung des Blutpfropfes. Bei einer Mesenterialvenenthrombose ist meist die Entfernung des Dünndarms notwendig. Tritt ein Mesenterialinfarkt auf, muss der betroffene Darmabschnitt operativ entfernt werden. In diesem fortgeschrittenen Stadium ist die Prognose schlecht.
Chronischer Verschluss
Ursache: Bei einem chronischen Mesenterialgefäßverschluss schreitet die Verengung der Mesenterialarterien aufgrund einer Arteriosklerose langsam fort. Dadurch bleibt Zeit für die Ausbildung von zusätzlichen Blutgefäßen (Kollateralgefäße), die eine ausreichende Blutversorgung des Darms weiterhin gewährleisten.
Befund: Der chronische Mesenterialgefäßverschluss verläuft meist ohne Beschwerden. In manchen Fällen treten nach dem Essen Schmerzen im Bauchraum auf (Angina abdominalis). Die Betroffenen verlieren Gewicht. Es kann Blut im Stuhl auftreten; evtl. kann es zu einer Darmlähmung (Ileus) kommen.
Behandlung: Bei Beschwerden können operativ zusätzliche Blutgefäße zu dem verstopften Gefäß geschaffen werden, durch die das verstopfte Gefäß umgangen werden kann.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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