chronische Erkrankung infolge massiven Befalls des Dünndarms mit Fadenwürmern, die vorwiegend in tropischen und subtropischen Ländern, aber auch im Berg- und Tunnelbau gemäßigter Zonen vorkommen.
Ursache: Die infektiösen Larven der Gattung Ancylostoma duodenale (Hakenwurm), im indopazifischen Raum auch Ancylostoma ceylonicum, oder Necator americanus bohren sich meist unbemerkt durch die Haut oder werden über verunreinigtes Wasser oder Nahrung verschluckt. Sie dringen in den Blutkreislauf ein, von wo sie sich über Herz, Lunge, Bronchien, Luft- und Speiseröhre schließlich in den Magen-Darm-Trakt vorarbeiten und sich als Blut saugende Parasiten an der Schleimhaut des Dünndarms festhaken.
Befund: An der Eintrittsstelle der Larven in die Haut sind Juckreiz und die Bildung von Papeln zu beobachten. Während der Lungenpassage der Larven können Halsbeschwerden und Husten auftreten. Beim Massenbefall treten im Anschluss Fieber, blutige Stühle und schwerste Blutarmut auf. Der gefährliche, unter Umständen tödliche Befall über Jahre ist durch Magen‐Darm‐Beschwerden, Fieber und zunehmende Blutarmut gekennzeichnet. Folgen des kontinuierlichen Blut- und Eiweißverlusts über den verletzten Darm sind v. a. eine ausgeprägte Blutarmut und Gewichtsverlust mit allgemeiner Schwäche und kontinuierlicher Leistungsabnahme, Störungen der Immunabwehr und der körperlichen Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen.
Behandlung: Die Identifizierung der Erreger durch Nachweis von Wurmeiern im Stuhl bietet die Voraussetzung zur Einnahme von Parasitenmitteln. Eine wichtige prophylaktische Schutzmaßnahme bei Gefährdung ist das Tragen von festem Schuhwerk.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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