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Gebärmutterverlagerungen

Abweichungen der Gebärmutterposition von ihrer natürlichen Lage im Becken. Die Normstellung der Gebärmutter ist zentral und leicht nach vorn über die Harnblase geneigt.

Harmlos sind eine rückwärts geneigte Gebärmutter (Retroversion), die Neigung der Gebärmutter zur seitlichen Beckenwand hin sowie Abknickungen des Gebärmutterkörpers gegenüber dem Gebärmutterhals (Retroflexion). Als eigenes Krankheitsbild wird die Senkung der Gebärmutter (Descensus uteri) nach unten in verschiedenen Ausprägungsgraden bewertet. Die Gebärmuttersenkung kann die vordere oder hintere Scheidenwand mit einbeziehen (Scheidenvorfall) und einen Vorfall von Blasen- oder Mastdarmanteilen bewirken (Zystozele, Rekto- oder Proktozele). Die Extremform, das Heraustreten der Gebärmutter aus dem kleinen Becken (Gebärmuttervorfall), wird von einem Umstülpen der Scheide begleitet.

Ursache: Gebärmutterverlagerungen durch Verwachsungen entstehen meist aufgrund entzündlicher Prozesse (z. B. Eileiterentzündung) oder aufgrund einer Endometriose, selten liegen ihnen auch tumoröse Veränderungen zugrunde. Eine Gebärmuttersenkung wird durch eine Schwäche des bindegewebigen Halteapparates, körperliche Anstrengung (z. B. schweres Heben v. a. innerhalb der ersten 6 Wochen nach einer Geburt), Übergewicht, rasche Geburtenfolge oder schwierige Entbindung begünstigt.

Befund: Die meisten Frauen mit Abknickungen oder seitlichen Verlagerungen der Gebärmutter haben überhaupt keine Beschwerden. Einige der Betroffenen klagen über anhaltende Kreuzschmerzen, Verstopfung und schmerzhafte Regelblutung. Hauptsymptome der Gebärmuttersenkung sind ein Druckgefühl nach unten, Unterbauch- und Rückenschmerzen, Ausfluss, häufige Harnwegsinfekte, Harninkontinenz, Verstopfung, Beschwerden beim Gehen und Sitzen sowie Schleimhautgeschwüre an vorgefallener Gebärmutter und Scheidenwänden.

Behandlung: Die Lageanomalien der Gebärmutter werden nur ausnahmsweise operativ korrigiert. Eine Reflexion während der Schwangerschaft erfordert dann ein ärztliches Eingreifen, wenn sie nach der 12. Woche weiter besteht. Die Gebärmuttersenkung kann in leichteren Fällen durch Gewichtsreduktion, Beckenbodengymnastik, Hormongabe oder, wenn eine Operation nicht möglich ist, mit der Einlage eines Pessars therapiert werden. Bei stärkerem Senkungsgrad und abgeschlossener Familienplanung wird die Gebärmutter entfernt und meist auch eine vordere und hintere Scheidenplastik durchgeführt.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010

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